Secondaries im Aufschwung: Wie Investoren Liquidität neu denken
12.02.2026
Über viele Jahre hinweg war die Exit-Logik im Umfeld von Private Equity und Venture Capital klar strukturiert. Unternehmen wachsen, Investoren halten ihre Beteiligungen, und Liquidität entsteht primär durch den finalen Verkauf oder den Börsengang. Dieses Modell bleibt weiterhin relevant, doch die Marktmechanik verändert sich spürbar. Haltedauern verlängern sich, IPOs werden selektiver, und Unternehmen verbleiben länger im privaten Markt. Genau in diesem Umfeld gewinnen Secondaries sichtbar an Bedeutung. Eine Entwicklung, die auch von Marktteilnehmern wie Ellstone intensiv beobachtet wird.
Secondaries beschreiben den Verkauf von Anteilen vor dem klassischen Gesamtexit. Frühinvestoren, Mitarbeitende oder bestehende Gesellschafter erhalten die Möglichkeit, Liquidität zu generieren, während das Unternehmen operativ unverändert weiterentwickelt wird. Dieser Mechanismus verändert die Dynamik der Private Markets fundamental.
Illiquidität galt lange als strukturelle Eigenschaft von Beteiligungsinvestments. Kapital blieb gebunden, bis ein vollständiger Exit realisiert werden konnte. Secondaries schaffen innerhalb dieses Systems eine neue Form der Flexibilität. Liquidität wird nicht mehr ausschliesslich an den finalen Verkauf gekoppelt.
Für Investoren entsteht dadurch ein entscheidender Vorteil. Portfolios können aktiver gesteuert, Risiken reduziert und Kapital neu allokiert werden, ohne auf den langfristigen Gesamtexit warten zu müssen. Gerade in Marktphasen mit verlängerten Haltedauern gewinnt dieser Mechanismus stark an Relevanz. Auch für Unternehmen entstehen neue strategische Optionen. Eigentümerstrukturen lassen sich anpassen, ohne operative Stabilität zu gefährden. Wachstum bleibt ungestört, Managementteams werden nicht durch Exitdruck belastet. Secondaries wirken dadurch stabilisierend statt disruptiv.
Ein weiterer Faktor liegt in der Bewertungspraxis. Secondaries schaffen zusätzliche Markttransparenz. Beteiligungen werden entlang realer Nachfrage neu bewertet. Liquiditätsmechanismen führen zu differenzierteren Preisbildungsprozessen.
Gerade im aktuellen Marktumfeld verstärkt sich dieser Trend sichtbar. Verlängerte Exitzyklen erhöhen den Bedarf an Zwischenliquidität. Investoren und Unternehmen reagieren darauf mit strukturell flexibleren Lösungen.
Private Equity und Venture Capital entwickeln sich dadurch weiter. Der Markt wird reifer, Strukturen differenzierter, Liquiditätsstrategien vielfältiger. Secondaries sind kein Ausnahmeinstrument mehr, sondern zunehmend Teil der regulären Investmentlogik.
Langfristig stärken Secondaries die Attraktivität illiquider Anlagen. Kapitalbindung verliert ihren absoluten Charakter. Flexibilität und langfristige Wertentwicklung verbinden sich stärker.
Genau diese Entwicklung wird auch von Ellstone regelmässig hervorgehoben. Denn moderne Investmentmärkte benötigen Mechanismen, die Stabilität und Liquidität sinnvoll miteinander verbinden.
Am Ende bleibt eine zentrale Erkenntnis. Liquidität entsteht nicht nur durch den finalen Exit. Sie wird zunehmend Bestandteil der laufenden Investmentstrategie.